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So erkennen Sie gefälschte Nachrichten im Internet

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So erkennen Sie gefälschte Nachrichten im Internet

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Haben Sie schon einmal eine Nachricht gelesen oder zugeschickt bekommen, bei der Sie sich dachten: „Kann das wirklich stimmen?" Im Internet verbreiten sich leider auch falsche und erfundene Nachrichten. Manche sehen so echt aus, dass man sie kaum von richtigen Nachrichten unterscheiden kann.

Keine Sorge – mit ein paar einfachen Prüfmethoden können Sie Falsches von Echtem unterscheiden. Und das ist heute wichtiger denn je.

4 Gründe, warum Falschmeldungen verbreitet werden

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen falsche Nachrichten verbreiten:

Gefaelschte nachrichten erkennen: practical guide overview
Gefaelschte nachrichten erkennen
  • Geld verdienen – Sensationelle Nachrichten werden oft angeklickt. Mehr Klicks bedeuten mehr Werbeeinnahmen.
  • Meinungen beeinflussen – Manche wollen, dass Sie etwas Bestimmtes glauben – zum Beispiel vor Wahlen.
  • Angst verbreiten – Manche Nachrichten sollen Sie verunsichern.
  • Betrug – Falsche Warnungen, die Sie dazu bringen sollen, Geld zu überweisen oder persönliche Daten preiszugeben.
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Achtung: Gefälschte Nachrichten kommen nicht nur über das Internet. Sie werden auch per WhatsApp weitergeleitet – oft von Freunden und Bekannten, die selbst darauf hereingefallen sind.

5 Merkmale von gefälschten Nachrichten

Achten Sie auf diese Warnsignale:

1. Sehr dramatische Überschriften

Wenn eine Überschrift in GROßBUCHSTABEN geschrieben ist oder viele Ausrufezeichen hat (!!!), ist Vorsicht geboten. Seriöse Nachrichten sind sachlich formuliert.

2. Keine Quelle angegeben

Echte Nachrichten nennen immer, woher die Information kommt – zum Beispiel von einer Behörde, einem Wissenschaftler oder einer Nachrichtenagentur. Fehlt die Quelle, ist die Nachricht verdächtig.

3. Nur auf einer einzigen Seite zu finden

Wenn eine angeblich wichtige Nachricht nur auf einer Seite steht und nirgendwo sonst – dann stimmt etwas nicht. Echte Nachrichten werden von vielen verschiedenen Medien berichtet.

4. „Teilen Sie das sofort!"

Gefaelschte nachrichten erkennen: step-by-step visual example
Gefaelschte nachrichten erkennen

Wenn eine Nachricht Sie dazu drängt, sie sofort weiterzuleiten, ist das ein Warnsignal. Echte Nachrichten brauchen diesen Druck nicht.

5. Das Datum fehlt oder ist alt

Manche Falschmeldungen sind Jahre alt und werden immer wieder neu verbreitet. Prüfen Sie, wann die Nachricht veröffentlicht wurde.

Faustregel: Je aufregender und unglaublicher eine Nachricht klingt, desto genauer sollten Sie hinschauen.

In 3 Schritten eine Nachricht überprüfen

Wenn Sie sich bei einer Nachricht unsicher sind, helfen diese Schritte:

Schritt 1: Im Internet nachschauen

Geben Sie die wichtigsten Wörter der Nachricht in die Suchmaschine ein. Wenn die Nachricht echt ist, finden Sie Berichte bei bekannten Medien (Tagesschau, ZDF, örtliche Zeitung). Wenn Sie nichts finden – Vorsicht.

Schritt 2: Die Seite prüfen

Schauen Sie sich an, auf welcher Seite die Nachricht steht. Kennen Sie die Seite? Hat sie ein Impressum (eine Seite, auf der steht, wer die Seite betreibt)? Seriöse Medien haben immer ein Impressum.

Schritt 3: Prüf-Seiten nutzen

Es gibt Seiten, die Falschmeldungen aufdecken. Zwei zuverlässige sind:

  • Correctiv.org – Deutsch, gründlich, vertrauenswürdig
  • Mimikama.org – Spezialisiert auf Internet-Falschmeldungen
Tipp: Wenn Ihnen jemand über WhatsApp eine verdächtige Nachricht schickt, kopieren Sie den Text und geben Sie ihn bei der Suche auf mimikama.org ein. Dort finden Sie oft sofort die Erklärung, ob die Nachricht echt oder falsch ist.

3 Dinge, die Sie bei einer Falschmeldung tun sollten

  • Nicht weiterleiten! – Auch wenn sie gut gemeint ist. Damit stoppen Sie die Verbreitung.
  • Den Absender informieren – Sagen Sie freundlich, dass die Nachricht falsch ist, und schicken Sie den Verweis zur Richtigstellung.
  • Bei WhatsApp melden – Sie können Nachrichten als „Falschmeldung" melden.
Mein Rat: Lassen Sie sich nie unter Druck setzen. Wenn eine Nachricht sagt „Leiten Sie das SOFORT weiter!", tun Sie genau das Gegenteil: Erst prüfen, dann handeln.

Bilder-Rückwaertssuche nutzen

Viele Falschmeldungen verwenden echte Fotos aus einem völlig anderen Zusammenhang. So pruefen Sie ein Bild: Öffnen Sie auf Ihrem Smartphone den Browser Chrome. Halten Sie das verdaechtige Bild lange gedrückt und waehlen Sie "In Google nach diesem Bild suchen". Google zeigt Ihnen dann, wo dieses Bild bereits früher verwendet wurde. Taucht es in einem ganz anderen Kontext auf, handelt es sich wahrscheinlich um eine Falschmeldung.

Vertrauenswuerdige Quellen als Lesezeichen speichern

Speichern Sie diese Faktencheck-Seiten als Lesezeichen in Ihrem Browser: correctiv.org (deutsch, prueft politische Behauptungen), mimikama.at (deutsch, spezialisiert auf Internet-Betrug), tagesschau.de/faktenfinder (ARD-Faktenfinder). Wenn Sie eine verdaechtige Nachricht erhalten, kopieren Sie die Kernaussage und suchen Sie auf diesen Seiten danach. In 80 Prozent der Fälle finden Sie innerhalb von 2 Minuten eine Einordnung.

Kettenbriefe in WhatsApp erkennen

WhatsApp kennzeichnet weitergeleitete Nachrichten mit dem Hinweis "Weitergeleitet". Wurde eine Nachricht mehr als 5 Mal weitergeleitet, steht dort "Häufig weitergeleitet" – ein starker Hinweis auf einen Kettenbrief. Typische Merkmale: dringende Aufforderung zum Teilen, Drohungen ("Wenn du das nicht weiterleitest..."), angebliche Warnungen von Polizei oder Aerzten ohne konkrete Namen, Schreibfehler und ungewöhnliche Formatierung.

Was tun bei Falschmeldungen im Familiennachat

Reagieren Sie freundlich, nicht belehrend. Schreiben Sie zum Beispiel: "Danke für die Nachricht! Ich habe das gerade nachgeschlagen, und es scheint nicht ganz zu stimmen. Hier ist ein Link von correctiv.org dazu." Vermeiden Sie Formulierungen wie "Das ist falsch" – das fuehrt häufig zu Abwehrreaktionen. Die meisten Menschen teilen Falschmeldungen nicht absichtlich, sondern aus Sorge oder Hilfsbereitschaft.

Verdächtige Telefonnummern und Webadressen prüfen

Eine Falschmeldung kommt oft mit einer Internetadresse, die seriös aussehen soll. Schauen Sie genau hin: Die echte Tagesschau finden Sie unter tagesschau.de – nicht unter "tagesschau-news24.de" oder "tagesschau.info". Betrüger hängen gerne zusätzliche Wörter oder Zahlen an bekannte Namen an. Auch ein Bindestrich mitten im Namen oder eine ungewöhnliche Endung wie ".xyz" statt ".de" ist ein Warnsignal. Tippen Sie eine Adresse im Zweifel lieber selbst in die Suchmaschine ein, statt auf einen zugeschickten Link zu tippen.

💡 Gut zu wissen: Auf dem Smartphone können Sie eine Internetadresse vorab ansehen, ohne sie zu öffnen. Halten Sie den Link in WhatsApp oder einer E-Mail einfach lange gedrückt – dann erscheint die vollständige Adresse. So erkennen Sie, ob sich hinter einem kurzen Text in Wahrheit eine fremde Seite verbirgt.

Auch bei Telefonnummern lohnt sich ein zweiter Blick. Erhalten Sie eine SMS oder einen Anruf von einer Nummer, die mit einer ungewöhnlichen Vorwahl beginnt oder sehr lang ist, ist Vorsicht angebracht. Echte Behörden, Banken oder die Polizei fragen niemals per Nachricht nach Passwörtern, PIN-Nummern oder dem Bestätigungscode Ihrer Bank.

Woran Sie seriöse und unseriöse Quellen unterscheiden

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick, welche Merkmale für eine vertrauenswürdige Nachricht sprechen – und welche dagegen.

MerkmalSeriöse NachrichtVerdächtige Nachricht
QuelleKlar genannt (z. B. Tagesschau, dpa)Keine oder unbekannte Quelle
ImpressumVorhanden, mit AnschriftFehlt oder ist versteckt
SpracheSachlich, ohne DrängenGROSSBUCHSTABEN, viele Ausrufezeichen
DatumAktuell und gut sichtbarFehlt oder ist Jahre alt
Andere MedienMehrere berichten darüberNur auf einer Seite zu finden

Sie müssen sich diese Punkte nicht alle merken. Es genügt, wenn Sie bei einer Nachricht, die Sie aufwühlt oder zu schnellem Handeln drängt, kurz innehalten und zwei oder drei dieser Merkmale durchgehen. Schon das schützt Sie vor den meisten Falschmeldungen.

⚠️ Häufiger Fehler: Viele vertrauen einer Nachricht, weil sie von einem guten Freund oder einem Familienmitglied kommt. Doch gerade liebe Menschen leiten Falschmeldungen aus Sorge weiter, ohne sie geprüft zu haben. Der Absender sagt nichts über den Wahrheitsgehalt aus – prüfen Sie den Inhalt, nicht den Boten.

Wenn Sie eine zweifelhafte Nachricht erhalten, gehen Sie sie in Ruhe Punkt für Punkt durch. Die folgende Liste hilft Ihnen dabei – Sie können sie sich auch ausdrucken und neben das Telefon legen.

Checkliste für verdächtige Nachrichten:

  • ☐ Wird eine konkrete Quelle wie Tagesschau, ZDF oder eine Behörde genannt?
  • ☐ Berichten auch andere bekannte Medien über diese Nachricht?
  • ☐ Ist die Internetadresse korrekt – ohne fremde Zusätze oder seltsame Endung?
  • ☐ Steht ein aktuelles Datum dabei, und ist die Nachricht nicht Jahre alt?
  • ☐ Werde ich zu schnellem Teilen oder Überweisen gedrängt?
  • ☐ Habe ich die Kernaussage auf correctiv.org oder mimikama.org gesucht?
  • ☐ Im Zweifel: erst mit einer vertrauten Person sprechen, dann handeln

Nehmen Sie sich diese zwei Minuten Zeit. Niemand wird Ihnen einen Vorteil verschaffen, indem er Sie zur Eile drängt – im Gegenteil. Wer in Ruhe prüft, fällt auf Falschmeldungen kaum noch herein.

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Veröffentlicht durch die Digital Oma-Redaktion. Veröffentlicht am 13. August 2026.

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