Enkeltrick und Betrug am Telefon: So schützen Sie sich
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Es gibt Menschen, die es auf ältere Mitbürger abgesehen haben. Sie rufen an, geben sich als Enkel, Polizisten oder Bankmitarbeiter aus, und versuchen, an Ihr Geld zu kommen. Diese Betrüger sind geschickt und überzeugend. Aber wenn Sie ihre Maschen kennen, können Sie sich davor schützen.
4 Betrugsmaschen, die Senioren am häufigsten treffen
Masche 1: Der Enkeltrick
So läuft er ab: Ihr Telefon klingelt. Eine Stimme sagt: „Hallo Oma, rat mal, wer hier ist!" Wenn Sie einen Namen sagen („Thomas?"), bestätigt der Anrufer: „Ja, genau, ich bin es, Thomas!" Dann erzählt er eine dringende Geschichte: ein Unfall, eine hohe Rechnung, ein Notfall. Und er braucht dringend Geld, am besten sofort in bar.
So erkennen Sie den Enkeltrick:
- Der Anrufer nennt seinen Namen nicht selbst, sondern lässt Sie raten
- Es wird Zeitdruck aufgebaut: „Es muss sofort sein!"
- Er bittet um Geld oder Wertsachen
- Das Geld soll von einem Boten abgeholt werden
- Sie sollen niemandem davon erzählen

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Masche 2: Falsche Polizisten
Jemand ruft an und gibt sich als Polizeibeamter aus. Er erzählt, dass in Ihrer Nachbarschaft eingebrochen wurde und Ihre Wertsachen zu Hause nicht mehr sicher seien. Er bietet an, einen Beamten vorbeizuschicken, der Ihr Geld und Ihren Schmuck „in Sicherheit bringt".
So erkennen Sie falsche Polizisten:
- Die echte Polizei ruft Sie niemals an, um nach Ihrem Geld oder Wertsachen zu fragen
- Die echte Polizei nimmt kein Geld in Verwahrung
- Oft wird die Telefonnummer 110 im Display angezeigt, die echte Polizei ruft aber nie mit der 110 an
Masche 3: Betrug per WhatsApp
Sie bekommen eine Nachricht von einer unbekannten Nummer: „Hallo Mama/Oma, ich habe eine neue Handynummer. Bitte speichere diese Nummer." Kurz darauf folgt eine Bitte um Geld: „Ich habe ein Problem und brauche dringend eine Überweisung."
So erkennen Sie WhatsApp-Betrug:
- Die Nachricht kommt von einer Ihnen unbekannten Nummer
- Der Absender drängt auf eine schnelle Überweisung
- Er möchte nicht angerufen werden (Ausreden wie „Mein Mikrofon ist kaputt")

Masche 4: Gefälschte Anrufe von der Bank
Jemand ruft an und behauptet, von Ihrer Bank zu sein. Es gebe ein Problem mit Ihrem Konto. Sie sollen Ihre Kontodaten, Ihre PIN oder eine TAN durchgeben, um das „Problem zu lösen".
So reagieren Sie richtig
Wenn Sie einen verdächtigen Anruf oder eine verdächtige Nachricht erhalten, gehen Sie so vor:
| Schritt | Was Sie tun sollten |
|---|---|
| 1. Auflegen | Beenden Sie das Gespräch sofort. Sie müssen sich nicht erklären oder entschuldigen. |
| 2. Nicht zurückrufen | Rufen Sie nicht die angezeigte Nummer zurück. Sie könnte gefälscht sein. |
| 3. Echte Nummer wählen | Rufen Sie Ihren Enkel, Ihre Bank oder die Polizei unter der Ihnen bekannten Nummer an. |
| 4. Polizei informieren | Rufen Sie die Polizei an (Notruf 110 oder die örtliche Dienststelle) und berichten Sie von dem Vorfall. |
| 5. Darüber sprechen | Erzählen Sie Ihren Angehörigen, Nachbarn und Freunden davon. Je mehr Menschen Bescheid wissen, desto weniger Erfolg haben die Betrüger. |
5 Dinge, die Sie am Telefon niemals tun sollten
- Niemals Geld an Fremde übergeben, auch nicht, wenn sie sich als Polizisten oder Bankmitarbeiter ausgeben
- Niemals PIN, Passwörter oder TAN am Telefon nennen
- Niemals überweisen, nur weil jemand am Telefon darum bittet
- Niemals unter Zeitdruck handeln, nehmen Sie sich immer Zeit zum Nachdenken
- Niemals die Tür öffnen, wenn ein angeblicher „Beamter" Geld abholen will
Anrufer-Nummer im Display: Warum sie nichts beweist
Auf dem Display Ihres Telefons erscheint bei einem Anruf eine Nummer, oft sogar ein Name. Viele Menschen verlassen sich darauf. Doch genau das ist gefährlich: Betrüger können jede beliebige Nummer einblenden lassen, auch die 110 der Polizei oder die Nummer Ihrer Sparkasse. Diese Technik heißt Call-ID-Spoofing. Vereinfacht gesagt: Die Anzeige im Display ist nur ein Vorschlag des Anrufers, kein Beweis. Das Display zeigt Ihnen nicht, wer wirklich anruft.

Damit Sie verdächtige Nachrichten und Anrufe schneller einordnen können, hilft ein nüchterner Blick auf die typischen Merkmale. Betrüger arbeiten fast immer mit denselben Werkzeugen: Druck, Geheimhaltung und einer Bitte um Geld. Echte Angehörige und echte Behörden tun das nicht. Die folgende Übersicht stellt beide Seiten direkt gegenüber.
Echter Anruf oder Betrug: die Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | Echter Anruf | Betrug |
|---|---|---|
| Geld | Wird am Telefon nicht verlangt | Dringende Bitte um Bargeld oder Überweisung |
| Zeitdruck | Sie dürfen in Ruhe nachdenken | „Es muss sofort sein, sonst passiert etwas“ |
| Geheimhaltung | Sie dürfen mit jedem darüber sprechen | „Erzählen Sie niemandem davon“ |
| PIN und TAN | Werden nie abgefragt | Sollen „zur Sicherheit“ durchgegeben werden |
| Rückruf | Sie dürfen über eine bekannte Nummer zurückrufen | Rückruf wird vermieden oder verboten |
Auch das Smartphone selbst kann Ihnen helfen. Auf einem iPhone (Apple) und auf einem Samsung Galaxy oder anderen Android-Geräten lassen sich unbekannte Nummern blockieren. Tippen Sie dazu in der Telefon-App auf die fragliche Nummer, dann auf das Wort „Infos“ oder das kleine „i“, und wählen Sie „Anrufer blockieren“. In WhatsApp öffnen Sie den Chat der unbekannten Nummer, tippen oben auf den Namen und wählen ganz unten „Kontakt blockieren“. So erreicht Sie dieselbe Nummer kein zweites Mal.
Wenn Sie ein paar feste Gewohnheiten verinnerlichen, müssen Sie im Ernstfall gar nicht lange überlegen. Die folgende Liste fasst zusammen, woran Sie einen Betrugsversuch erkennen, und was Sie dann tun.
Checkliste gegen Telefon- und Nachrichten-Betrug:
- ☐ Bei Geldforderung am Telefon sofort auflegen, ohne Erklärung
- ☐ Niemals PIN, Passwort oder TAN durchgeben, auch nicht der „Bank“
- ☐ Display-Nummer ignorieren, sie kann gefälscht sein
- ☐ Angehörige nur über die selbst gespeicherte Nummer zurückrufen
- ☐ Ein Familien-Kennwort vereinbaren und bei jedem verdächtigen Anruf abfragen
- ☐ Unbekannte Nummern in der Telefon-App und in WhatsApp blockieren
- ☐ Im Zweifel die Polizei unter der bekannten Nummer informieren
Empfehlung: Kennwort vereinbaren und ruhig auflegen
Vorbeugende Maßnahmen
- Vereinbaren Sie ein Kennwort mit Ihrer Familie. Wenn jemand anruft und sich als Enkel ausgibt, fragen Sie nach dem Kennwort. Nur das echte Familienmitglied kennt es.
- Sprechen Sie in der Familie über diese Betrugsmaschen. Warnen Sie besonders Ihre Bekannten und Nachbarn.
- Lassen Sie Ihren Vornamen nicht im Telefonbuch oder an der Klingel stehen. Betrüger suchen gezielt nach älteren Vornamen wie Hildegard, Gertrude oder Heinz.
- Speichern Sie die Nummern Ihrer Angehörigen im Telefon. So sehen Sie sofort, ob der Anruf wirklich von Ihrem Enkel kommt.
Hilfe und Beratung
Wenn Sie unsicher sind oder bereits auf einen Betrug hereingefallen sind, können Sie sich an diese Stellen wenden:
- Polizei: Notruf 110 oder Ihre örtliche Polizeidienststelle
- Verbraucherzentrale: Telefonberatung unter 0900 1 775 441 (kostenpflichtig, aber seriös)
- Weisser Ring: Kostenlose Opferhilfe unter 116 006
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Veröffentlicht durch die Digital Oma-Redaktion. Veröffentlicht am 11. Juli 2026.
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